Die Erprobungsstufe am EGW

1. Allgemeines

Die Erprobungsstufe umfasst die Jahrgangsstufen 5 und 6. Die Jahrgangstufen befinden sich in der Schullaufbahn der Schüler/innen an einer besonderen Stelle, da nach den Jahren des gemeinsamen Lernens an der Grundschule die jeweils gewählte weiterführende Schulform erprobt wird.

Die beiden Jahrgangsstufen bilden eine organisatorische und pädagogische Einheit, sodass nach der J5 automatisch eine Versetzung in die J6 erfolgt und die Schüler/innen den Raum haben, sich zwei Jahre am Gymnasium zu „erproben“. Am Ende der J6 und somit am Ende der Erprobungsstufe schließt sich dann die Versetzung in die J 7 an, wenn die beiden ersten Jahre erfolgreich durchlaufen wurde.

In dieser Zeit erfolgt eine enge Begleitung der Schüler/innen durch das jeweilige Klassenlehrerteam, bei Fragen und weiterem Beratungsbedarf auch durch das Erprobungsleitungsteam.

Das Ankommen an der neuen Schule und in der neuen Klasse ist zu Beginn ein wichtiges Ziel unserer Arbeit. Eine gemeinsame Klassenfahrt unmittelbar zu Beginn der J6 ermöglicht es, vertiefend an dem Klassenzusammenhalt und gemeinsamen Zielsetzungen zu arbeiten und markiert zugleich ein „Highlight“ dieser Eingangsphase am EGW.

2. Die Ziele der Erprobungsstufe am EGW

In dem Wissen, dass der Wechsel zum Gymnasium für viele Schülerinnen und Schüler eine deutliche Umstellung bedeutet, ist es uns wichtig, einen sanften Übergang zum EGW zu gestalten, so dass sich die Schüler/innen rasch in die neue Klassengemeinschaft einfinden, trotz neuer Anforderungen gern zum EGW kommen und unsere Schule schnell als Lebensraum entdecken, in dem sie sich wohlfühlen, anderen respektvoll begegnen und sich angstfrei bewegen können.

In Anknüpfung an die in der Grundschule erworbenen Fähigkeiten möchten wir die Schüler/innen am Anfang behutsam an das gymnasiale Arbeiten, die Lerninhalte und auch die Arbeitsformen heranführen. Wichtig ist uns dabei die fortschreitende Entwicklung von Selbstständigkeit, die für das erfolgreiche Lernen am Gymnasium von zentraler Bedeutung ist. So sollen die Schülerinnen und Schüler sich am Ende der Erprobungsstufe der Verantwortung für das eigene Handeln und den eigenen Lernerfolg schon weitgehend bewusst sein.

3. Ausgestaltung der Erprobungsstufe – erste Schritte und zentrale Elemente

Eine wichtige Grundlage, sich für das EGW zu entscheiden, stellt unser Tag der offenen Tür dar, der am ersten Adventswochenende liegt. Neben Schnupperunterricht in den 5. Klassen gibt es die Gelegenheit, umfangreiche Informationsangebote sowie diverse Aktivitäten wahrzunehmen. Die Atmosphäre vor Ort ist erlebbar an einem Gymnasium von überschaubarer Größe, das geprägt ist von familiärem Miteinander.

Der Zusammensetzung unserer neuen Klassen gilt große Aufmerksamkeit. Im Rahmen der Anmeldung können von Elternseite ein oder zwei Freunde angegeben werden, mit denen das eigene Kind gern in einer Klasse sein möchte. Gibt es hier keine speziellen Wünsche, achten wir darauf, dass es nach Möglichkeit Kinder aus dem eigenen Wohnumfeld innerhalb einer Klasse gibt. Bereits vorhandene Freundschaften und die relative Erreichbarkeit anderer am Wohnort können so die Grundlage der neuen Klassengemeinschaft bilden. Weitere Kriterien der Klassenbildung sind eine vertretbare Klassenstärke und ein möglichst ausgewogenes Geschlechterverhältnis.

An unserem Schnuppertag, der an einem Samstagvormittag wenige Wochen vor den Sommerferien liegt und zu dem wir unsere neuen Fünftklässler und deren Eltern einladen, lernen die baldigen EGWler/innen ihre künftigen Mitschüler/innen kennen und erfahren, welche Klassenlehrerteams sie in den nächsten Jahren begleiten werden. Ebenso bringen sich an diesem die beiden Paten jeder Klasse ein, die aus den künftigen 9. Klassen stammen und ihre Schützlinge zu Beginn der Erprobungsstufe als Ansprechpartner und in einzelnen Spielpausen unterstützen werden. Die Erfahrung zeigt, dass in der entspannten Atmosphäre mögliche Berührungsängste schon frühzeitig abgebaut werden können und Sorgen vor dem Schulstart nach den Sommerferien in den Hintergrund rücken. Auch die Eltern haben Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Kontakte zu knüpfen.

Nach den Sommerferien startet die Schule für die neuen Fünftklässler/innen mit zwei Klassenlehrertagen. Diese bieten Raum, am EGW anzukommen und sich bereits nach kurzer Zeit souverän in der neuen Schule zu bewegen. Die Klassenlehrerteams geben Sicherheit und schaffen Orientierung, ebenso die Paten, die am ersten Schultag ebenfalls zeitweise mit an Bord sind. Den Rahmen dieses ersten Tags am EGW bilden die morgendliche Begrüßung und der gemeinsame Gottesdienst in der St. Jacobi-Kirche, der durch Schüler/innen des EGW vorbereitet wird.

4. Ausgestaltung der Erprobungsstufe – das Konzept für die ersten Jahre

Da für uns eine Atmosphäre von Rücksichtnahme und gegenseitiger Achtung unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist, messen wir dem Sozialen Lernen eine hohe Bedeutung bei. In den Jahrgängen 5 und 6 arbeiten die Schüler/innen im zu diesem Zweck eigens stattfindenden Fach „Soziales Lernen“ an unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Stunden werden i.d.R. von einem Klassenlehrer unterrichtet und bieten eine zusätzliche Möglichkeit, auf die Entwicklung des sozialen Miteinanders in der neuen Klassengemeinschaft positiven Einfluss zu nehmen. Zu Anfang stehen insbesondere das Ankommen in der sich neu gebildeten Klassengemeinschaft sowie eigene Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse der Kinder im Fokus. Ältere Schüler/innen kommen als „Medienscouts“ an mehreren Stationen in die Klasse und greifen nun neben dem „realen Miteinander“ Aspekte des umsichtigen und fairen Umgangs in der digitalen Welt auf, etwa in sozialen Netzwerken u.a.

Neben dem wöchentlichen Unterrichtsfach spielt auch die Klassenfahrt innerhalb der Erprobungsstufe, die traditionell zur Nordseeinsel Spiekeroog führt, für das soziale Miteinander eine wichtige Rolle. Sie findet zu Beginn der Jahrgangsstufe 6 statt und kann mit ihren sportlichen und erlebnispädagogischen Teilaspekten dazu beitragen, das Miteinander in der Gruppe weiter zu fördern.

Die zweijährige Erprobungsstufe ist eine Phase intensiver und kontinuierlicher Beobachtung. Der intensive Austausch der verschiedenen Fachlehrer/innen einer Klasse erfolgt auf den regelmäßig stattfindenden Erprobungsstufenkonferenzen. Hier wird über die individuelle Entwicklung der Schüler/innen beraten, über etwaige Schwierigkeiten, deren Ursachen und mögliche Wege zu ihrer Überwindung sowie über besondere Fördermöglichkeiten. Insbesondere zur ersten Erprobungsstufenkonferenz im Jahrgang 5 sind stets die ehemaligen Grundschullehrer/innen eingeladen, die dieser Einladung in großer Zahl folgen und uns mit Informationen aus der Grundschulzeit eine wichtige Hilfe sind, um manchen Schüler/innen den Übergang an das EGW weiter zu erleichtern.

Um den Schüler/innen Möglichkeiten zum stärker selbstgesteuerten vertiefenden Auseinandersetzen mit fachgebundenen Inhalten zu ermöglichen, haben wir für die Kernfächer Mathematik, Deutsch und Englisch das Fach „Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten“ (ELA) eingeführt. Dies setzt zunächst bei einer Kartenarbeit mit anschließender Selbstkontrolle an. Es gibt Fördermaterialien, mit denen die Kinder gezielt üben und wiederholen können, und auch Forderangebote für leistungsstarke Schüler/innen. Mit wachsender Selbstständigkeit erweitern wir in der J6 in Richtung einer stärker interessengeleiteten Portfolio-Arbeit. Das übergeordnete Ziel ist es, die Schüler/innen stärker für das eigene Lernverhalten zu sensibilisieren.

Ein weiterer Baustein in der J5 ist die Rechtschreibförderung, so verwenden wir hier eine Ergänzungsstunde auf den Ausbau der Rechtschreibkenntnisse der Schüler/innen, da die individuellen Kenntnisse sich teils noch deutlich unterscheiden. Dabei werden zunächst unterschiedliche Themenfelder der Rechtschreibung wiederholt und vertieft; nach der ersten Klassenarbeit und insbesondere einer Testung auf Basis der Münsteraner Rechtschreibanalyse bilden wir Gruppen, in denen die Schüler/innen individualisierter weitergefördert werden können. Die Erfahrung und auch die Ergebnisse zeigen es: Nahezu alle Schüler/innen verbessern sich in dem am Ende der J5 geschriebenen Test, nur die bereits sicheren Schüler/innen zeigen etwa ähnliche Ergebnisse.

5. Was uns auszeichnet, was wir außerdem anbieten

Das EGW ist ein überschaubares, i. d. Regel dreizügiges Gymnasium, an dem auch die Jüngsten schnell Fuß fassen und „ankommen“. Als aktives Mitglied im Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus“ stehen wir für Offenheit und Toleranz. Unsere Schülervertretung arbeitet intensiv an diesem Thema und organisiert u.a. einmal im Jahr einen Flohmarkt, welcher verschiedene Projekte in diesem Bereich unterstützt.

Als Mitglied des Netzwerks „Zukunftsschulen NRW“ liegt unser Schwerpunkt seit Jahren im Bereich der individuellen Förderung. Dabei sind uns Fördern und Fordern gleichermaßen wichtig. Wir verfügen über eine breite Palette an Angeboten zur Förderung (z.B. Förderung besonderer Begabungen, Schüler- und Lehrermentoren, Lernbüro, „Sommerschule“ in den Sommerferien, Drehtürmodell in der 2. Fremdsprache ab J7).

Unser Projekt „Schüler helfen Schülern“ konnte in den vergangenen Jahren bei Defiziten in Teilbereichen einzelner Fächer erfolgreich weiterhelfen.

Bei Bedarf bietet das EGW zusätzlich eine verlässliche Übermittagsbetreuung (bis 15:25 Uhr) durch ein pädagogisch geschultes Team, bei Interesse ebenso vielfältige AGs im Nachmittagsbereich.

6. Was wir Sie außerdem wissen lassen möchten:

Wir sind ein staatlich anerkanntes Gymnasium für die Sekundarstufe I und II in freier Trägerschaft. Träger ist der Schulverein Werther, in dem alle Eltern Mitglieder sind und einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Wir sind keine konfessionell gebundene Schule und begrüßen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichem Hintergrund gerne an unserer Schule.

Vor unseren Anmeldeterminen findet eine Informationsveranstaltung für interessierte Eltern statt. Die Anmeldetermine liegen unmittelbar nach den Zeugnissen zum 1. Halbjahr und in der Regel vor denen öffentlicher Schulen.

7. Ein Service für die Erprobungsstufe

Materialzusammenstellung für die 5. Klassen

Damit die Eltern unserer neuen Fünftklässler/innen die zum Anfang des neuen Schuljahres anstehenden Einkäufe besser koordinieren können, haben wir die erforderlichen Materialien in einer Liste zusammengestellt, die Sie hier nachlesen bzw. downloaden können:

...und noch etwas: Bitte schaffen Sie kein Hausaufgabenheft an, denn alle Schüler(innen) der neuen fünften Klassen erhalten von uns zu Beginn des Schuljahres unseren PeTi. Dieses Kurzwort steht für den schuleigenen „personal timer“.

Materialzusammenstellung für die 6. Klassen

Auch für unsere Sechstklässler/innen gibt es eine entsprechende Liste, die Sie hier nachlesen bzw. downloaden können und die Ihnen den Einkauf der richtigen Materialien erleichtern wird:

 

Kontakt zur Erprobungsstufenkoordination:

Hier gelangen Sie zu unserem Flyer "Wir über uns":

 

[Stand der Information: 10-2019]